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VENEDIG ·

VENEZIA

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Allgemeines

Eine Stadt auf Pfählen, das ist Venedig. Im 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung rückten aus dem Norden germanische Stämme an und zwangen die bisherigen Einwohner der Küste, sich auf die vielen kleinen Inseln der Lagune zu retten. Aus dieser Situation machte man das Bestmögliche und erweiterte die Flächen der Inseln durch die unendlich vielen Pfähle, die das heutige Venedig immer noch tragen. 118 Inseln, über 400 Brücken und fast 180 Kanäle, das ist die bauliche Grundsubstanz des heutigen Venedigs mit seinen 100.000 Einwohnern. Venedig war Ausgangspunkt etlicher Kreuzzüge in das Heilige Land. Dabei machte man durchaus den einen oder anderen Abstecher in andere Städte, die am oder im Wege lagen. Konstantinopel war eines der Opfer, das viele seiner Kunstschätze an Venedig verlor.
Seit dem 14. Jahrhundert ist Venedig eng mit Nürnberg verbunden, entsteht doch ein reger Handel mit exotischen Gütern. Dabei betrieben die Nürnberger Handelsunternehmen, wie z.B. die Familien Tucher oder Imhof, eigene Handelskontore in Venedig im Handelshaus „Fondaco dei Tedeschi“. Gelernt haben die Nürnberger dabei die moderne Buchführung, die Pfandleihe oder das Bankenwesen. Auch in der Architektur ließ man sich gerne beeinflussen, so ist die Fleischbrücke der Rialtobrücke in Venedig nachempfunden. Venedig galt als eine der wichtigsten Handels- und Seemächte im Mittelalter. Die venezianische Handelsflotte beherrschte dabei das östliche Mittelmeer. Marco Polo erweiterte den Handel bis nach China.
Doch auch kulturell teilte sich Venedig gerne den Nürnbergern mit. Albrecht Dürer hielt sich sehr gerne in der „Serenissima“, in der „Duchlauchtigsten“ auf, um Impulse zu erhalten. Das kulturelle Umfeld Venedigs bietet dazu auch reichlich Möglichkeiten, denkt man nur an die Künstler Tintoretto, Tiepolo oder Tizian. Bis heute halten die Kunstakademien beider Städte engen Kontakt und tauschen sich aus. Vergessen darf man dabei nicht die Kunst der Neuzeit, die Filmkunst, die in der jährlichen Biennale gefeiert wird. Venedig selbst ist ein einziges Freiluftmuseum, aus dem markante Gebäude wie der Markusdom, die wiedererbaute weltberühmte Oper „La Fenice“ oder der Dogenpalast herausragen. Jedes Jahr überzeugen sich 10 Millionen BesucherInnen von der Schönheit Venedigs, einige zum berühmten Karneval, einige auf Flitterwochen, zunehmend auch aus schwuLesbischen Kreisen. Seit 1999 erst besteht offiziell die Städtepartnerschaft, der eine „Verbrüderung“ mit mehreren Städten im Jahre 1954 voranging.

SchwuLesbisches Leben

Jeder belesene Schwule kennt den „Tod in Venedig“ von Thomas Mann - fast eine Pflichtlektüre. Selbst die in Deutschland berühmte Donna Leon kommt um die Homosexuellen Venedigs nicht herum und machte einen Transvestiten zum Opfer eines ihrer Krimis. Doch das staatliche Umfeld Italiens ist wenig förderlich für Lesben und Schwule. Außer in den Großstädten leidet man unter der Bürgerlichkeit, dem Katholizismus des Vatikans und der konservativen Politik der Regierung, die sich der Lebensrealität ausdauernd verschließt. Verschärft wird die Situation durch die rechtsradikalen Neofaschisten, die die öffentliche Meinung immer wieder aufstacheln. Gerade Venedig liegt in einer konservativ-rechtsradikal geprägten Region. Ein Lebenspartnerschafts- gesetz selbst gibt es nicht, lediglich einige örtliche Regelungen, die aber kaum Vorteile für lesbische oder schwule Paare bringen. Antidiskriminierungsgesetze, wie sie von der Europäischen Union vorgeschrieben werden, bleiben in der politischen Mehrheit der Konservativen hängen.
Trotzdem strebt die Szene langsam nach oben, wenn auch nicht mit vereinten Kräften: Lesben und Schwule arbeiten allein für sich. Der venezianische Verein „Dedalo“ hat sich erst im Dezember 2003 aufgelöst, sodass Interessierte zum 35 km entfernten Treff „Tralaltro“ des nationalen Vereins Arcigay pilgern.
Weiterhin existiert eine wöchentlich für eine halbe Stunde ausgestrahlte schwule Radiosendung. In Padua gibt es dann die verschiedenen Angebote wie Männer- gruppen, Elterngruppe, Jugendgruppe oder AIDS-Präventionsgruppen. Vor allem die Jugendgruppe für Jugendliche zwischen 16 und 29 Jahren zeigt sich hier sehr rege in der Arbeit für und mit jungen Lesben und Schwulen. Im Umland von Venedig, dem „Veneto“ finden sich verstreut einige Vereine, Gruppen und Zirkel. Versucht wird seit Juni 2003, all diese Gruppen unter das Dach des Arcigay-Veneto zu bringen. In der Lagunenstadt Venedig selbst wird man schwerlich lesbische oder schwule Lokalitäten finden, auch wenn man mittlerweile Händchenhaltend durch Venedig flanieren kann, was anderswo in Norditalien noch gefährlich ist. Das meiste spielt sich in Mestre ab, dem Brückenkopf zwischen Venedig und dem Festland, oder eben in Venetien. Dort finden sich dann auch die Cafés, Bars, Hotels, Saunen und die Discos.
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