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NIZZA

· NICE

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Allgemeines

Nizza, die Hauptstadt der Côte d’Azur: Kurz vor dem Mittelmeer konzentriert sich noch mal das urbane Leben mit 355.000 EinwohnerInnen; rechnet man das unmittelbare Umland dazu, so sind hier 600.000 Menschen versammelt. Die Wurzeln dieser südfranzösischen Hafenstadt reichen bis in die graue Vorzeit zurück, als der urzeitliche Mensch sich in den umgebenden Bergen austobte und dabei lernte, das Feuer zu beherrschen und Kultur aufzubauen.

 

Bereits im 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung entsteht unter griechischen KolonialistInnen eine Siedlung, der der Name der griechischen Siegesgöttin „Nike“ verpasst wird. Nach der anschließenden Römerzeit erlebte das heutige Nizza eine bewegte Geschichte zwischen Bedeutungslosigkeit, wechselnden Partnerschaften mit verschiedenen Machtsystemen und der Stellung als absoluter "In"-Stadt. Trotz wiederholter Zerstörungen gilt Nizza als die Stadt der Palmen und als „zweifellos eine der schönsten Gegenden“ (Giuseppe Garibaldi). 

Attraktiv wurde die zwischen Cannes und Monaco gelegene Hauptstadt des Départements Alpes Maritimes ab 1763, als ein schottischer Arzt das milde und angenehme Ganzjahresklima rühmte und damit einen Reiseboom auslöste. Das heutige Resultat: Neben dem wirtschaftlichen Zentrum des Süden schmückt man sich nun mit dem zweitgrößten Flughafen Frankreichs. Zahlreiche, wohlhabende RuheständlerInnen haben hier ihre Altersresidenz gefunden. Dazu zählt man zu den kulturellen Knotenpunkten, was nicht nur in der Universität oder den eindrucksvollen Veranstaltungen, wie z.B. dem Karneval in Nizza, sichtbar wird, sondern vor allem durch die zahlreichen Kunstmuseen, die Nizza zum Reiseziel vieler Kunstinteressierter machen. Seit 1954 ist Nizza mit Nürnberg durch die Städtepartnerschaft verbunden.

SchwuLesbisches Leben

Nizzas schwuLesbische Szene hat viele bunte Facetten. Weit über 20.000 Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender leben in Nizza und seiner Umgebung. Damit ähnelt Nizza in der Struktur Nürnberg. Und ähnlich wie in Deutschland kann man auch in Frankreich ein Nord-Süd-Gefälle der Akzeptanz feststellen. Lebt es sich in Paris eher liberal, so sind Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in Nizza verstärkt Anfeindungen ausgesetzt, was nicht zuletzt mit der konservativen Grundeinstellung zusammenhängt sowie mit den erstarkten rechtsradikalen Parteien, die antiquierte Wertvorstellungen den gesellschaftlichen Realitäten vorziehen. Homosexualität ist bestenfalls toleriert, nicht aber akzeptiert. Das französische Partnerschaftsgesetz PACS, das gerne von lesbischen oder schwulen Paaren genutzt wird, ändert daran nichts. Die Öffentlichkeitsarbeit der Szene liegt noch in den ersten Zügen. Zwei Vereine teilen sich hier die Arbeit: zum einen gibt es AGLAE mit 120 Mitgliedern, in der Geschäftsleute organisiert sind und viele Veranstaltungen durchführen; zum anderen arbeitet die „Baraque rose“, ein Verein mit 30 Mitgliedern, der von einer Wirtschaftsschule aus im Jahr 2003 gegründet wurde. Die Mitglieder der „Baraque rose“ kommen aus studentischen und aus journalistischen Kreisen. Schwerpunkt der Arbeit sind inhaltliche Veranstaltungen zum Thema Homosexualität z.B. aus der Sicht der Religionen, schwuLesbisches Marketing, usw. Weiter organisiert man Info-Stände und Veranstaltungen für die AIDS-Prävention, wie beispielsweise „la nuit du zapping“. Zwei weitere nationale Vereine wirken in Nizza: die APGL (Verein der schwulen und lesbischen Eltern) und David et Jonatan (Verein der christlichen Homosexuellen). Wie sehr man am Anfang steht, zeigt, dass erst im Jahr 2003 die erste „Pink Parade“ stattfand, an der 2000 Menschen teilnahmen. Alle Veranstaltungen werden auf Basis der Eigenfinanzierung organisiert, da Nizza konservativ beherrscht wird, und keine finanzielle Unterstützung dieser gesellschaftlich so wertvollen Arbeit erfolgt. Neben der politischen Arbeit bietet Nizza Bars, 2 Discos, Saunas und Sexclubs. Jeden Monat organisiert die Gruppe AGLEA Treffen, wie beispielsweise essen gehen, Picknick u.ä. Ein schwuLesbischer Sportverein oder eine Szene-Zeitung oder eine Organisation von Eltern von Lesben und Schwulen? - Fehlanzeige. Da man aber bereits kulturell mit anderen Gruppen eng zusammenarbeitet, und regelmäßig Filme zu schwuLesbischen Themen zeigt, plant man einen homosexuellen Kontrapunkt zum Filmfest im nahen Cannes zu schaffen und ein Kinofestival in Nizza aufzuziehen.
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